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Küchenchef der Klinik Sankt Elisabeth Heidelberg rettet jungen Mann vor dem Ertrinken

5.06.2018

„Bellamar Schwetzingen 19.05.2018:

In allerletzter Sekunde vor dem Ertrinken gerettet!

Richard Bickel wurde auf reglosen Mann aufmerksam und handelte – 25-Jährigem geht es besser.

  • Im Hallenbadbereich des Bellamar rettete Richard Bickel einem anderen Badegast das Leben. Foto: Lenhardt.

Richard Bickel. Foto: privat.

Von Harald Berlinghof:

Schwetzingen. „Mit dem stimmt doch was nicht“, denkt sich Richard Bickel, als er im Schwetzinger Hallenbad Bellamar am späten Samstagnachmittag seine Bahnen zieht. Ein junger Mann mit Taucherbrille ist ihm aufgefallen, der unbeweglich mit dem Gesicht nach unten im Wasser obenauf schwimmt.

„Da taucht einer, dachte ich zuerst. Aber als ein Kind um ihn herum sprang, der Mann sich aber trotzdem nicht regte, wurde ich stutzig“, erzählt der regelmäßige Bellamar-Besucher gegenüber der RNZ.

Bickel war zehn bis 15 Meter entfernt und machte einen anderen Badegast, der näher dran war, auf die Situation aufmerksam. Dieser berührte den vermeintlichen Taucher kurz, aber der trieb nur seitlich weg.

Das war für Bickel das Signal, etwas zu unternehmen. Und zwar schnell. In solchen Situationen geht es um Sekunden.

Bickel schwamm zu dem Mann und alarmierte gleichzeitig die Bademeister, die sofort ums Becken herumgerannt kamen. Zahid Tahir, einer der Bademeister, sprang sofort ins Wasser. Gemeinsam holten die Retter den Mann aus dem Becken und legten ihn an den Rand.

Bademeister Michael Pfeiffer konnte keinen Puls mehr feststellen. Sofort begannen die Wiederbelebungsversuche mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Druckmassage des Brustkorbs. „Wir schrien den Bewusstlosen an, gaben ihm Klapse, um ihn aufzuwecken. Das Wasser kam aus seinem Mund heraus geschossen, wie im Film. Der Puls kam zurück, und nach ein paar Sekunden schlug er die Augen auf“, erzählt Bickel.

„Das war eine Riesenerleichterung bei uns allen, ein paar der Leute um uns herum applaudierten sogar verhalten. Wir hatten es gerade noch einmal geschafft“, so der Lebensretter. Der Krankenwagen kam und brachte den wiederbelebten 25-Jährigen in eine Heidelberger Klinik.

Nach Aussagen der Bäderleitung sei sein Zustand mittlerweile stabil. „Er konnte die Intensivstation bereits verlassen“, sagte Alexander Happold, Bäderleiter des Bellamar.

Sowohl Bickel als auch den schnell handelnden Bademeistern wurde bescheinigt, alles richtig gemacht zu haben. Der mutige und blitzschnell handelnde Lebensretter wünscht sich jetzt nur, dass er bald mit dem verunglückten Mann Kontakt aufnehmen kann.

Bickel leitet in Heidelberg eine Krankenhausküche und engagiert sich mit dem Kochwerk, einem Tochterunternehmen der Klinik Sankt Elisabeth, für die Installation von Laien-Defibrillatoren im gesamten Heidelberger Stadtgebiet. Die Geräte können von jedermann im Notfall eingesetzt werden und den plötzlichen Herztod verhindern.

Zur Ursache des Unglücks im Bellamar liegen noch keine Informationen vor.“ Quelle: RNZ-online

Kochwerk, ein Tochterunternehmen der Klinik Sankt Elisabeth gGmbH, wird unter der Leitung von Herrn Bickel die Initiative „Herzenssache – herzsichere Stadt- und Landkreise“ der Stadt Heidelberg und der Björn Steiger Stiftung bei der Installation eines Laien-Defibrillators im Mathematikon Heidelberg finanziell unterstützen.

Die Klinikleitung freut sich über so viel soziales Engagement.