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Ehefrau von Denis Linsmayer, Spieler beim SV Sandhausen, möchte auch das 2. Kind in unserer Klinik zur Welt bringen

16.05.2017

Laut einem Artikel in der RNZ vom 16. Mai erzählte Denis Linsmayer in einem Interview, dass für seine Entscheidung für die 5. Saison beim SV Sandhausen auch die anstehende Geburt seines 2. Kindes in der Klinik Sankt Elisabeth in Heidelberg ausschlaggebend war…..

„Abstiegskampf ist kein Naturgesetz 

– Denis Linsmayer bleibt wegen der Perspektiven in Sandhausen und weil die Geburtshelfer in St. Elisabeth gut sind – Mirco Born kommt

Von Wolfgang Brück

Sandhausen. Wenn Otmar Schork mit möglichen Neuzugängen verhandelt, dann gehen ihm manchmal die Argumente aus. Der Verein aus der mit knapp 15000 Einwohnern kleinsten Gemeinde der Zweiten Liga kann nicht mit Kurfürstendamm oder Kö, nicht mit Reeperbahn oder Schwabing konkurrieren. Trotzdem hat sich jetzt Denis Linsmayer für Sandhausen entschieden. Wegen Heidelberg. Genauer wegen der geburtshilflichen Abteilung im St. Elisabeth-Krankenhaus. „Meine Frau hat bei der Geburt unserer Tochter Milla ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht“, sagt der 26-jährige Mittelfeldspieler, „Anfang September soll auch unser zweites Baby in St. Elisabeth zur Welt kommen.“
Es war eine schwere Geburt bis zur Unterschrift. „Ich will nicht immer nur gegen den Abstieg spielen“, hatte der sympathische Blondschopf noch vor gut einer Woche im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung gesagt. Eine Rückkehr nach Kaiserslautern, wo er aufwuchs und die Familie daheim ist, war naheliegend. Auch für ein paar andere Vereine war der unermüdliche und unerschrockene Kämpfer interessant.
Außer den Geburtshelfern in Handschuhsheim haben Otmar Schork und Kenan Kocak große Verdienste, dass der Leistungsträger in seine fünfte Saison beim SV Sandhausen geht. „Ich hatte Super-Gespräche mit dem Manager und dem Trainer“, erklärt Linsmayer. Er sagt: „Sie haben mich davon überzeugt, dass die Mannschaft noch viel Potenzial hat.“ Das heißt: Abstiegskampf ist kein Naturgesetz am Hardtwald. Bereits in dieser Saison haben die Kurpfälzer angedeutet, was möglich ist, wenn alles passt. Nach 19 Spieltag war die Bundesliga gerade mal fünf Punkte entfernt. Dann kam der Absturz. In den folgenden 14 Spielen gab es nur noch zwei Siege. „Warum das so war, werden wir genau analysieren“, verspricht Schork, „und daraus die Konsequenzen ziehen.“ Sechs bis sieben Neue sollen kommen. Nach Ali Ibrahimaj vom SV Waldhof wurde gestern der nächste Zugang bekannt gegeben. Mirco Born ist ein 22-jähriger Angreifer, der für den Meister der Regionalliga Nord, den SV Meppen, in dieser Saison sieben Tore erzielt 22 vorbereitet hat. Ausgebildet wurde der Auenstürmer beim holländischen Ehrendivisionisten Twente Enschede, zwischenzeitlich war er bei Hertha BSC Berlin. Born unterschrieb für drei Jahre.
Als dribbelstark und schnell gilt auch Albion Vrenezi vom FC Augsburg II. Der 23-jährige Serbe, der in 23 Spielen 20 Tore für den Regionalligisten erzielte, soll ebenfalls auf der Wunschliste stehen.
Sehr weit gediehen sind auch die Verhandlungen mit Marcel Schuhen. Der 24-jährige Torwart vom Drittligisten Hansa Rostock soll für Michael Hiegl kommen, der zurück nach Walldorf wechselt. Ein weiterer Torwart wird noch gesucht, denn der Ziegelhäuser Rick Wulle fällt wegen eine Kreuzbandrisses sechs bis neun Monate aus (Die RNZ berichtete).
Bleiben als weitere Baustelle die auslaufenden Verträge von acht Spielern: Tim Kister, Korbinian Vollmann, Marco Thiede, Manuel Stiefler, Andrew Wooten, Taner Yalcin, Thomas Pledl und Daniel Lukasik. Die Leihspieler Pledl und Lukasik kehren nach Ingolstadt und Warschau zurück. Yalcin, der in der Versenkung verschwunden ist, spielt wohl keine Rolle mehr. Wooten würde man gerne halten. Doch für den 27-jährigen Wormser, mit neun Toren bester Schütze und zudem ablösefrei, gibt es auch andere Interessenten.
Viel spricht dafür, dass Korbinian Vollmann bleibt. Das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg in Würzburg war ein starkes Argument. „Korbinian ist torgefährlich und mit 23 kann er sich noch weiter entwickeln“, sagt Schork. „Meine Freundin Anna und ich fühlen uns wohl in der Kurpfalz“, meint der Münchner, der schon in der letzten Saison wichtige Tore gegen den Abstieg erzielte. Otmar Schork war Jahrzehnte bei der Allianz. Er wird wissen, was eine Lebensversicherung (im Abstiegskampf) wert ist.
Mit einem Sieg beim Finale am Sonntag (15.30 Uhr) gegen (Fast)-Aufsteiger Hannover 96 könnte Sandhausen eine turbulente Runde bestenfalls auf Rang acht beenden. Es wäre die beste Platzierung in der Zweitliga-Historie. Das ist schon irre in einer Saison, in der die Abstiegsgefahr so greifbar wie noch nie war.
Heidelberger Nachrichten vom Dienstag, 16. Mai 2017, Seite 24″